Seit über einem Jahr ist Windows Vista mittlerweile verfügbar. In der Zeit hat Microsoft das Feedback der Anwender gesammelt und auch die von Windows Vista protokollierten Probleme ausgewertet. All diese Informationen hat Microsoft in die Entwicklung des SP1 einfließen lassen.
Zunächst einmal enthält das SP1 alle bisher veröffentlichten Updates und Sicherheits-Updates. Hinzu kommen Verbesserungen bei der Kompatibilität, Stabilität, Performance und der Unterstützung von neuen Hardware-Standards.
Neu hinzugekommen ist beispielsweise die Unterstützung für UEFI (Unified Extensible Firmware Interface). Zusätzlich unterstützt Windows Vista SP1 nunmehr x64 EFI Network boot und Direct3D 10.1.
Hinzu kommen Verbesserungen bei der Verlässlichkeit von Windows Vista. Microsoft hat in den vergangenen Monaten die Absturzursachen ausgewertet und insbesondere Änderungen an Windows Kalender, Windows Media Player und diversen in Vista mitgelieferten Treibern vorgenommen.
Verbesserungen im Bereich Performance & Sicherheit
Auch im Bereich der Performance wurde nachgebessert. Hier wurde insbesondere das Kopieren und Verschieben von Dateien beschleunigt. Laut Angaben von Microsoft geschieht dies nun lokal (also von einer Festplatte auf die nächste im selben System) um bis zu 25 Prozent schneller und im Netzwerk um bis zu 45 Prozent schneller. Zusätzlich gab es auch Verbesserungen beim "Energie sparen"-Modus.
Für RDP (Remote Desktop Protokoll) nutzt Vista SP1 einen neuen Kompressionsalgorithmus, der die Größe der übetragenen Pakete um bis zu 60 Prozent reduziert.
Ab dem SP1 können Anwender detaillierter festlegen, welche Laufwerke defragmentiert werden sollen. Die Netzwerkdiagnose lässt sich außerdem künftig dazu nutzen, um Probleme beim File-Sharing ausfindig zu machen und zu lösen. Auch an der Benutzerkontosteuerung hat Microsoft gefeilt und nennt hier das Beispiel vom Umbenennen eines geschützten Ordners. Künftig erscheint in solchen Fällen nur noch ein Hinweisfenster und nicht - wie bisher - vier Warnungen.
Neben den besagten Sicherheits-Updates enthält das SP1 auch weitere Neuerungen, die die Sicherheit von Windows Vista verbessern sollen. So sind nun bei der 64-Bit-Fassung APIs enthalten, die die Hersteller von Sicherheitssoftware nutzen können, damit ihre Applikationen mit dem Kernel-Schutz
harmonieren.
Die Kompatibilität von Windows Vista hat Microsoft seit dem Erscheinen kontinuierlich verbessert. Dies geschah und geschieht mittels des Updates KB943302, welches nahezu monatlich in einer neuen Version erscheint. Zuletzt erschien
dieses Update Anfang Februar 2008 in einer neuen Version.
Erster Eindruck & Galerie
Zumindest auf unseren Testsystemen konnten wir bisher nichts von den von Microsoft beschriebenen Treiber-Problemen in Verbindung mit dem Service Pack 1 bemerken. Im Gegenteil: Nach der Installation des SP1 läuft Windows Vista angenehmer und merkbar flüssiger.
Das macht sich unter anderem beim Kopieren und Verschieben von Dateien bemerkbar. Insgesamt reagiert das Betriebssystem nunmehr auch schneller auf Kommandos des Anwenders. Das lässt sich schwer messen, aber zumindest gefühlt verhält sich Windows Vista nun viel besser, reagiert schneller und arbeitet zügiger.
Ein Nachteil des SP1: Anscheinend wird es dem Endanwender nicht möglich sein, eine sogenannte Slipstream-DVD zu erstellen. Damit ist ein Installationsmedium von Vista inklusive SP1 gemeint, das eine Neuinstallation des Betriebssystem merklich beschleunigen würde. Das Erstellen einer solchen Slipstream-DVD hat Microsoft - so wird zumindest derzeit noch gemunkelt - erst für das SP2 vorgesehen. Für den Endanwender bedeutet dies mehr Geduld, wenn er das System mal neu installieren möchte.
Sobald das Service Pack 1 verfügbar ist, empfehlen wird den Weg über Windows Update, um das SP1 zu beziehen. Der Vorteil: Ein aktuelles Vista wird nur rund 60 MB Daten herunterladen müssen, um das SP1 installieren zu können. Alternativ wird Microsoft auch einen rund 450 MB großen Download anbieten, der nicht nur fünf Sprachversionen erhält, sondern auch alle seit dem Erscheinen von Vista veröffentlichten Updates beinhaltet.
Das Service Pack 1 für Windows Vista ist fertig und jeder Vista-Anwender darf sich darauf freuen. Jetzt wird es Zeit, dass Microsoft endlich damit herausrückt und dem - unnötigen - Warten ein Ende bereitet.